Es beginnt mit einem stechenden Schmerz in der linken unteren Bauchhälfte, der über Tage anhält, und kann in einigen Fällen mit einer Darmoperation enden: eine Divertikelentzündung. Immerhin jeder Dritte der Generation ab 60 zeigt Ausstülpungen der Darmwand, sogenannte Divertikel, bei der sich Teile der Darmschleimhaut durch Lücken in der Darmmuskulatur nach außen drücken. Hierbei entstehen Aussackungen, in denen sich Stuhl, faserige Nahrungsreste und
Bakterien festsetzen können. Der Betroffene merkt hiervon zumeist nichts.
Erst wenn sich die Divertikel entzünden, folgen anhaltende Unterbauchschmerzen, die den Betroffenen zum Arzt treiben. Der Mediziner spricht dann von einer
Divertikulitis, die in leichten Fällen eine Antibiotikatherapie, in schweren Fällen eine operative Behandlung erfordert.
Was genau die Divertikelbildung hervorruft, ist wenig bekannt. Dennoch sind sich Mediziner einig, dass eine ballaststoffarme Ernährungsweise eine beträchtliche Rolle bei der Entstehung spielt. Ballaststoffe regen die Darmtätigkeit an, erweichen den Stuhl und fördern dessen Ausscheidung. Mangelt es den Mahlzeiten regelmäßig an den Quellstoffen, verweilt der Stuhl länger im Darm und drückt auf die Darmschleimhaut. Eine ballaststoffreiche Ernährung mit reichlich Gemüse, Obst und Vollkornprodukten ist folglich auch zur Vorbeugung von Divertikeln wärmstens zu empfehlen.
Wer bereits nachgewiesene Divertikel vorweist, sollte bei der Lebensmittelauswahl etwas genauer hinschauen. Vollkornprodukte sind beispielsweise eine gute und beliebte Quelle, um die tägliche Ballaststoffmenge aufzubessern. Körner und Samen auf Brot und Brötchen, die den Gesundheitswert der Backwaren optisch unterstreichen sollen, können sich allerdings in den Divertikeln festsetzen und Entzündungen begünstigen. Varianten aus feinvermahlenem Vollkornmehl ohne sichtbaren Kornanteil sind für Betroffene besser geeignet. Auch Gemüse und Obst enthalten reichlich Quellstoffe und gehören auf den Speiseplan. Besonders eignen sich Sorten wie Möhren, Brokkoli, Tomaten, Salat, äpfel und Birnen. Vorsicht ist hingegen bei faserigen oder holzigen Sorten wie Rhabarber, Ananas oder Kohlrabi geboten. Hier besteht die Gefahr, dass sich Pflanzenfasern in den Divertikeln festsetzen. Besonders empfehlenswert ist stattdessen junges und zartes Gemüse. Zusätzlich können drei Esslöffel Haferkleie in reichlich Wasser gequollen die Darmtätigkeit und Stuhlausscheidung unterstützen. Damit die Quelleigenschaftender Ballaststoffe voll zur Geltung kommen, ist zudem viel Trinken wichtig.
Quelle:Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET) e.V.
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